www.pr-indianer.de

Apr 07 2010

Die Entdeckung der Langsamkeit oder Zeit zum Innehalten

Jüngst fiel mir ein Buch von Sten Nadolny in die Hände, das mich nicht mehr losließ. Es handelt von der Lebensgeschichte eines langsamen Jungen mit Namen John Franklin, der alles um sich herum etwas behäbiger wahrnimmt, als es die anderen tun. Eine Tatsache, die ihn nicht zu einem “normalen” Leben zu befähigen scheint, wie es die anderen führen – oder doch? Immerhin arbeitet er sich empor zum Kapitän einer Flotte, um seinen persönlichen Lebenstraum zu verwirklichen – die Entdeckung der legendären Nordwestpassage.

Träume scheinen die Essenz des Lebens zu sein – Spekulationen über mögliche Ziele, die uns die Kraft verleihen, das scheinbar Unmögliche möglich zu machen – aus dem Leben etwas Lebenswertes, Erstrebenswertes zu machen. Spekulationen über das Mögliche, die uns befähigen, einen Sinn zu erkennen und danach streben lassen, nicht locker zu lassen in der Verwirklichung unserer Träume.

In Impromptu, einer Verfilmung der schicksalhaften Begegnung der französischen Schriftstellerin George Sand mit dem genialen Komponisten Frédéric Chopin, wird zu Beginn etwas Bedeutungsschwangeres geäußert. Die lebensbejahende Frau lauscht an der Tür zu einem Salon, in dem Chopin spielt, und sie bemerkt hingerissen, dass solche Musik den Sinn des Lebens und der Liebe versinnbildliche – und wert sei, dafür zu leben.

Die Beziehung zwischen Sand und Chopin währt einige Jahre – sicher unvergessen denjenigen, die sich an Sands Beschreibung des gemeinsamen Mallorca-Urlaubs erinnern, den die beiden 1838/39 verleben. Wenn man etwas tut, so Sand, dann mit inständiger Inbrunst, ganz besonders in Hinsicht auf die Liebe, dann mit ganzem Herzen und voller Lebensbejahung. Der Magie des Moments gewahr – ohne die Frage nach den Konsequenzen zu stellen. Authentisch eben – in jedem Moment des Lebens.

Leben – heute ein ganz besonderes Thema für mich, da der Tod sich wieder zu Wort gemeldet hat – in aller Endlichkeit, die wir ihm auf Erden beimessen mögen.

Leben – ein Plädoyer möglicherweise für mehr Zeit zum Innehalten – und Dankbarsein für alles, was wir haben und das wir schätzen.

Ein Plädoyer für die Magie des Moments, in dem wir gefangen sind. Leben – ein Aufruf zum Dankbarsein für alles, was wir (erreicht) haben und noch erreichen mögen. Ein unschätzbares Kleinod, dessen Bedeutung essentiell ist für alles, was wir tun, denken und fühlen.

Und mit ein wenig mehr Langsamkeit möglicherweise auch mehr … wertzuschätzen vermögen. In diesem Sinne – einfach mal innehalten, zu den Sternen aufsehen und sich dessen BEWUSST werden, was uns von den Toten unterscheidet – die Möglichkeit zur Veränderung – und zur Verwirklichung unserer Träume.

  • Hotmail
  • LinkedIn
  • MySpace
  • Yahoo Bookmarks
  • TypePad Post
  • Blogger Post
  • Twitter
  • Technorati Favorites
  • Facebook
  • FriendFeed
  • Share/Bookmark

Keine Kommentare

Trackback URI | Kommentare als RSS

Einen Kommentar schreiben

Please leave these two fields as-is:

Protected by Invisible Defender. Showed 403 to 675 bad guys.


Video & Audio Comments are proudly powered by Riffly