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Jul 30 2009

Ich gehe nicht wählen – zweiter Teil

Autor: Ludger Brenner. Abgelegt unter Virales Marketing

Die Entscheidung

Die Entscheidung

Der Vollständigkeit halber sei an dieser Stelle darauf verwiesen, dass das zweite und damit das auflösende Video von politik-digital.de und der Produktions GmbH probono vor wenigen Tagen veröffentlicht worden ist. Dieser Spot soll den viralen Effekt des Ersteren auflösen und damit die Gruppe der (jungen/jüngeren) Nichtwähler anspornen, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen.

Das Projekt wird mittlerweile …

… recht rege auf den Seiten politik-digital.de diskutiert. Wobei dies weniger als eine Diskussion zu werten ist, denn vielmehr als eine Sammlung vernichtender Äußerungen.
Die Art und Weise, in welcher sich mancher Kommentator dort und auch auf der Plattform Youtube.com äußert, nimmt teilweise beleidigenden Charakter ein.

Und genau das ist es, was mich an der Sache nachdenklich stimmt.
Die Verantwortlichen sehen sich plötzlich einem Ansturm von Kritik gegenüber, der das Gegenteil dessen ist, was man ursprünglich mit der Aktion erreichen wollte. Auf der Seite von politik-digital.de ist zu lesen:
“Es gibt Politikverdrossenheit und es gibt Wahlmüdigkeit. politik-digital.de und die probono Fernsehproduktion wollen das thematisieren. [...]“

Thematisiert aber hat man Eines: Die Tatsache, dass man gerade innerhalb einer internetaffinen Zielgruppe nicht mit dem Thema einer wenig aufgeschlossenen oder partizipierenden politischen Parteienlandschaft für Politikinteresse werben sollte (Internetsperre, ePetition, Onlinedurchsuchung). Es ist eben problematisch, eine Mahlzeit zubereiten zu wollen, von deren Zutaten man weiß, dass die Konsumenten diese überhaupt nicht zu sich nehmen würden. Unter diesen Voraussetzungen mal eben einen Versuchsballon starten zu lassen, kann unter Umständen zu einer raschen Bruchlandung führen.
Dies zeigen nicht nur die zahlreichen Kommentare sondern auch die abfallenden Zugriffszahlen des zweiten Videos. Das Interesse daran scheint merklich nachgelassen zu haben. Man hält sich eher damit auf, die Aktion unter dem Gesichtspunkt des viralen Marketings in Zusammenhang mit den gegenwärtigen, internetspezifischen politischen Themen zu bewerten.

Und daher ist die Frage berechtigt, ob durch Projekte, wie diese, die Politikverdrossenheit abgewendet werden kann oder ob nicht im Nachhinein sogar eine Steigerung derselben stattfinden wird, da Missachtungen gerade gegenüber der Generation Upload seitens der Politik breiter im Web kommuniziert werden?

Daniel Roleff (Redakteur bei politik-digital.de)schreibt in einer seiner Antworten auf einen Kommentar:
“Sehr geehrter anonymer Gast, Ihre Aussage ist nicht ganz richtig. Weder politik-digital.de noch die probono-Fernsehproduktionsgesellschaft verdienen an diesem Spot. Ich wüßte auch nicht wie, da die Videos für alle frei verfügbar im Netz zu finden sind. Im Gegenteil haben die beiden Beteiligten die Produktion (mit allem was dazugehört) aus eigener Tasche finanziert. Der Anspruch war, das Thema Nichtwähler und Politikverdrossenheit zu thematisieren. Ob es dem Image von politik-digital.de oder probono geschadet hat, sei dahingestellt. Zumindest hat die Aktion das bewirkt, was es sollte: Bürger diskutieren über das Thema. Mit freundlichen Grüßen dr”

Manchmal möchte man gar nicht wissen, wie dann erst ein Streitgespräch aussehen soll …

Quellen:
- politik-digital.de
- youtube.com
- Open Reichstag – youtube.com

Bildquellen:
- pixelio.de – S. Hofschlaeger
- youtube.com

http://www.youtube.com/watch?v=KjIunxvD38k&eurl=http%3A%2F%2Fpr-indianer.de%2Fsystem-cgi%2Fblog%2F%2F&feature=player_embedded
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Ein Kommentar

Ein Kommentar to “Ich gehe nicht wählen – zweiter Teil”

  1. Hannes Jähnertam 31. Juli 2009 um 10:56 1

    Hallo Ludger, gestern Abend hat Kulturzeit auf 3sat einen kurzen Beitrag über die “Geh-Nicht-Wählen”-Kampagne gebracht. War nicht verkehrt …
    Gruß Hannes

    PS: Einen Link habe ich auf die Schnelle nicht gefunden, wird aber sicherlich bald zu finden sein.

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